TAAFFE, Patrick

Irischer Geistlicher, Feldkaplan des Butlerschen Regiments, Beichtvater des Obristen Butler, Mitwisser der Verschwörung gegen Wallenstein.

Am 21.Februar 1634 war Obrist Butler und seine Dragoner von Wallenstein als Begleitschutz angefordert worden. Er sollte den Troß von ungefähr 1.400 Soldaten und Bediensteten schützen, der sich von Pilsen in Richtung Eger bewegte. 24 km von Pilsen in Richtung Mies stößt der Begleitschutz auf den Troß.
Taaffe war Feldkaplan der Dragoner und Mitglied dieses Begleitschutzes. Er schrieb damals beim Anblick des Zuges:

"Mehrere Wagen, eine mäßige Zahl Fußvolk und Reiterei".

Taaffe war zu diesem Zeitpunkt bereits von dem Komplott gegen Wallenstein informiert. Wahrscheinlich hatte er auch Kenntnis vom kaiserlichen Absetzungspatent. Der Befehl, Geleitschutz zu geben, scheint den Verschwörern nicht in den (persönlichen) Plan gepaßt zu haben. Taaffe rät Butler zu fliehen; Butler lehnt ab und schickt seinerseits Taaffe am 24. Februar zu Piccolomini nach Pilsen. Taaffe hat eine in englischer Sprache gefaßte Loyalitätsbekundung bei sich und erbittet Verhaltensmaßregeln.

Ausdrücklich betont Butler in diesem Schreiben, daß er Wallenstein nur gezwungen folge. Er werde lieber hundert Leben verlieren, als dem Kaiser die Treue zu brechen! ...

Piccolomini hatte ursprünglich die Absicht, Wallenstein und seine ihm treu ergebenen Offiziere in Pilsen zu umstellen und sie gefangenzunehmen. Die Flucht Wallensteins brachte ihn sichtlich aus dem Konzept.
Er läßt Taaffe sofort zurückreiten mit dem Befehl an Butler, Wallenstein tot oder lebendig herbeizuschaffen. Ehe Taaffe jedoch wieder in Eger eintrifft, hat sich Butler zum selbständigen Handeln entschlossen.
Der Mord an Wallenstein war beschlossene Sache; - und wie sich später herausstellte: für Hof und Handlanger die beste Lösung. Danach waren keine unbequemen Fragen nach Verrat am Kaiser oder Frieden für Deutschland mehr zu beantworten.

Und alle wurden belohnt.




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