SCHLICK, Heinrich Graf von

Graf Heinrich von Schlick war ein Vetter des am 21. Juni 1621 hingerichteten Führers der protestantischen Stände Graf Andreas von Schlick .

Heinrich Schlick war anfänglich aktiv für die Interressen der böhmischen Stände eingetreten.

Unterschiedliche Standpunkte über die rechtliche Auslegung des Majestätsbriefes beim Bau von protestantischen Gotteshäusern auf Kirchengrund führen damals zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Als die katholischen Statthalter sogenannte Aufwiegler einsperren ließen, kam es zu kaiserfeindlichen Kundgebungen der Protestanten. Am 23. Mai 1618 warfen aufgebrachte Protestanten zwei kaiserliche Statthalter und einen Schreiber aus dem Fenster der Prager Burg. Heinrich Schlick war bei diesen Vorfällen persönlich anwesend.

Im Grunde hatte dieser "Prager Fenstersturz" nur formelle Bedeutung und wird als Beginn bzw. Auslöser des 30jährigen Krieges fatal überschätzt. Der Vorgang scheint heute lächerlich, damals symbolisierte er aber einen Staatsstreich und war Auslöser der militärischen Intervention der katholischen Liga unter dem Befehl Tillys .

Nach der Schlacht am Weißen Berg, in der Heinrich Schlick noch als Oberst für die böhmischen Aufständischen und ihren König Friedrich kämpfte, wechselte er nach der Niederlage des böhmischen Heeres mit dreister Geschicklichkeit und Beziehungen sofort die Seiten und machte eine glänzende Karriere im kaiserlichen Heer.

Er wurde nicht wie sein Vetter als ein Führer der Aufständischen am 21.6.1621 auf dem Prager Altstädter Ring hingerichtet, sondern starb im hohen Alter als Feldmarschall des kaiserlichen Heeres und Präsident des Wiener Hofkriegsrates ausgezeichnet als Ritter des Goldenen Vlies.




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