SALVIUS, Johan Adler

T 1590
= 1652

Freiherr Johan Adler Salvius war schwedischer Reichsrat, Hofkanzler sowie Vertrauter und Bevollmächtigter der schwedischen Königin Christina bei den Friedensverhandlungen in Osnabrück.

Johan Salvius galt neben Axel Oxenstierna als einer der größten Diplomaten seiner Zeit. Neben seinen unbestrittenen diplomatischen Fähigkeiten war seine Geldgier besonders stark ausgeprägt.
Salvius war seit 1624 im diplomatischen Dienst und sorgte außenpolitisch für die Absicherung der militärischen Feldzüge Gustav Adolfs . So war er unter anderem im Jahre 1629 bei den Friedensverhandlungen von Lübeck anwesend und verfaßte das "Kriegsmanifest", mit dem Gustav Adolf propagandistisch geschickt seine Okkupation im Deutschen Reich im Jahre 1630 vorbereitete.
Der König wandte sich darin mit dem Vorwand an die deutschen protestantischen Fürsten, die "protestantische Sache" in Deutschland zu retten und sie, die Protestanten, vor der Gegenreformation der katholischen Habsburger zu schützen. Damit mischte sich Gustav Adolf direkt und vorsätzlich in die Interessenkonflikte der protestantischen deutschen Fürsten mit dem katholischen deutschen Kaiser ein. Die Folgen hatte in dem sich anschließenden sogenannten schwedischen und späteren schwedisch-französischen Krieg die Bevölkerung der heimgesuchten Gebiete des Deutschen Reiches zu tragen.

Nach dem Einmarsch der Schweden residierte Salvius ab 1631 als Generalkriegskommissar für den niedersächsischen Kreis in Hamburg. Später war er vorbereitend für die Friedensverhandlungen in Osnabrück tätig, dort allerdings nominell nur als zweiter Mann hinter Johan Oxenstierna . Da aber Johan Oxenstierna seiner Aufgabe weder diplomatisch noch geistig gewachsen war, gelang es Salvius, das Votum der Königin Christina durchzusetzen.

Das Bild des Johan Adler Salvius ist eines von 32 Porträts, die im Rathaus zu Münster den Verhandlungssaal schmücken und die Gesandten beziehungsweise Unterzeichner der am Westfälischen Frieden beteiligten Nationen repräsentieren.




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