Richelieu, Armand Jean du Plessis, Herzog von

T    9. September 1585
=     4. Dezember  1642


Kardinal Richelieu, Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu wurde am 9.9.1585 in Paris geboren und entstammte einer verarmten Landadelsfamilie aus Poitou.

Er trug als Kardinal und Minister entscheidend zum Ausbau des Zentralismus in Frankreich bei.

Der Herzog von Richelieu begann seine Karriere als Bischof eines unbedeutenden Bistums in der Vendée. Dieses Amt nutzte er, um sich als Vertreter des Klerus in die Generalstände wählen zu lassen. Dort fiel er 1614 als Sprecher des Klerus der Königinmutter Maria von Medici auf, die ihn fortan förderte und ihm Zugang zum Hofe des Königs verschaffte.

Richelieu unterstützte in der Folgezeit mit besonderem Engagement und Geschick die Politik der Regentin Maria von Medici, die ihm ihr Vertrauen schenkte.

Gleichzeitig versuchte er, Beziehungen zum König aufzubauen und vermittelte oft in Konfliktsituationen zwischen Ludwig XIII. und seiner Mutter.

Im Jahre 1624 trat Richelieu in den Staatsrat ein. Sehr schnell brachte er die ganze Macht im Kabinett an sich und übernahm faktisch dessen Kompetenzen.

Seine innenpolitischen Ziele unterschieden sich kaum von denen früherer Herrscher: Er wollte den mächtigen Hochadel und die Protestanten ausschalten.

Dabei ging es ihm in erster Linie um die politische Entmachtung der Hugenotten.

Obwohl er sich offiziell an das Edikt von Nantes hielt, war die politische Macht der Protestanten nach blutigen Kämpfen, der Einnahme des wichtigen protestantischen Zentrums La Rochelle (1628) und dem Gnadenedikt von Alès (1929) gebrochen und damit dieses politische Ziel weitgehend erreicht.

Gegen den Adel ging er rigoros vor, indem er zahlreiche Burgen, Schlösser und Landgüter für die Krone enteignete.

Richelieu leitete außerdem die Zentralisierung der Kulturpolitik in Frankreich ein.

Mit der Gründung der Académie française sollte auch Sprache und Literatur in den Dienst der königlichen Macht gestellt werden.

Als Richelieu am 4.12.1642 in Paris starb, hatte er innenpolitisch den Grundstein für die absolutistische Monarchie und die Machtentfaltung des späteren französischen "Sonnen"-Königs Ludwig XIV. gelegt.

Außenpolitisch suchte Richelieu die Vorrangstellung der Habsburger zu brechen.

Dabei stellte er die Interessen Frankreichs über konfessionelle Interessen.

Es machte ihm - als höchsten Vertreter des katholischen Klerus in Frankreich - nichts aus, Bündnisse mit Protestanten einzugehen, wenn sie nur Gegner der Habsburger waren.

Wenn es für Frankreich opportun erschien, griff der Gottesmann auch militärisch ein:

so ließ er 1626 das Veltlin besetzen, griff 1628 in den Mantuanischen Erbfolgekrieg ein und finanzierte 1631 den Feldzug Gustav Adolfs von Schweden gegen die Habsburger.

1635 erklärte Richelieu Spanien den Krieg. In den folgenden Jahren griffen französische Truppen unmittelbar in die Kampfhandlungen auf deutschem Boden ein.

Seine Politik wurde von seinem Nachfolger Mazarin fortgesetzt.




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