Malowetz, Dietrich von

Unter Wallenstein Landeshauptmann von Friedland und Gitschin. Malowetz ist nicht so sehr durch seine Herkunft oder Tätigkeit bekannt geworden, sondern durch seine tragische Verwicklung mit den Interessen der mit der Konfiszierung des Wallensteinschen Vermögens beauftragten Bürokratie.

Nach der Ermordung Wallensteins und seiner Anhänger am 25. Februar 1634 in Eger, wurden deren Güter durch den Kaiser konfisziert. Obwohl dem Kaiser nach der Konfiszierung der Güter der Ermordeten rund 14 Millionen Gulden zur Begleichung von Mordprämien, Gehaltsrückständen, Auslagen, Spesen und Forderungen seiner Gläubiger zur Verfügung standen, war die Unbekümmertheit der Schenkenden und die Gier der Beschenkten so groß, daß nach drei Jahren immer noch 112 Offiziere des Heeres auf ihren Sold warteten; - es war kein Geld mehr da!

Da erinnerte man sich eines Vorfalls aus dem Jahre 1634. Im Februar dieses Jahres erhielt Dietrich von Malowetz von Wallenstein die Order, er solle alle noch in den herzoglichen Kassen vorhandenen Dukaten mit Boten zum Hauptquartier Wallensteins schaffen. Der Befehl wurde ausgeführt und 39.000 Golddukaten, das entsprach 117.000 Gulden, wurde auf eine gefährliche Reise Richtung Pilsen gebracht.

Nach diesen 39.000 Golddukaten wurde nun nach dem Mord am Herzog von den kaiserlichen Kommissaren erfolglos gesucht. Was sie nicht wußten: die Dukaten befanden sich in Pirna, in Kinskys letzter Wohnung; davon wußte jedoch der sächsische Kurfürst! Sobald Johann Georg vom Tode Wallensteins erfuhr, ließ er die Goldstücke beschlagnahmen, um sie dann endgültig zu behalten...

Die kaiserlichen Bürokraten versuchten sich nun an Malowetz schadlos zu halten. Er hätte, so die unsinnige Begründung, die 39.000 Dukaten nicht mehr ausliefern dürfen.
Malowetz rief die Gerichte an. Der Prozeß gegen ihn dauerte vierzehn Jahre.
1648 wurde er dazu verurteilt, die Summe samt angelaufener Zinsen aus eigener Tasche zu bezahlen.
Mit diesem Urteil war Malowetz sozial erledigt, denn nur die Mörder seiner Dienstherren verfügten noch über solche Geldmittel.

Der weitere Lebensweg Malowetz bleibt im Dunkel der Geschichte.




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