MAGDALENA SIBYLLA

Kurfürstin von Sachsen

Die Kurfürstin Magdalena Sibylla war eine Frau von Charakter; sie war tugendhaft, gütig, förmlich und fleißig. Ihr Verständnis war begrenzt. Sie hielt den lutherischen Glauben für den richtigen und war der Meinung, daß die niederen Schichten sich mit ihrer Stellung bescheiden sollten und daß öffentlich angeordnetes Fasten das geeignete Mittel sei, einer politischen Krise zu begegnen.

Für die kurfürstlichen Kinder und den kurfürstlichen Haushalt sorgte sie in bewundernswerter Weise, und es war zum Teil ihr Verdienst, daß ihr Gemahl und sein Volk einander näher kamen, da sie als eine der ersten Fürstinnen erkannte, wie wichtig ein hoher Grad von bürgerlicher Anständigkeit für die Stärkung des Ansehens einer regierenden Familie ist.
[1]

Es wird in der Literatur behauptet, Magdalena Sibylla beeinflußte den Kurfürsten nachteilig. Es ist jedoch nicht nachweisbar, daß ihre Einflußnahme Auswirkungen auf seine politischen Entscheidungen hatte.

Vielleicht wollte Johann Georg I. aber auch keine andere Lebensführung, denn die für ihn mögliche Kaiserkrone schlug er aus.

Sicher konnte er diesen Einflüssen auch nicht ausweichen, wenn man weiß, daß er als guter Christ und Familienvater in einer "bedrückend hausbackenen Atmosphäre"[1] lebte.




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