James (Jacob) I.
König von England

T 1566
U 1625

James I. war ein Sohn der katholischen Maria Stuart, die Elisabeth I. die englische Thronfolge streitig machte. 1557 wurde James als James IV. König von Schottland.

Er verbündete sich 1586 mit der Königin von England und den Protestanten gegen seine Mutter und deren katholische Berater.

Nach der Hinrichtung seiner Mutter wurde er 1603 König von England und ernannte sich selbst (ohne Zustimmung des Parlaments) zum König von Großbritannien.

Innen- und außenpolitisch versuchte er zwischen den protestantischen und katholischen Parteien zu vermitteln.

Als sein außenpolitischer Versuch scheiterte, den Konflikt zwischen Spanien und den Niederlanden zu beenden, ging er ein Defensivbündnis mit den Niederlanden ein.

Ein 1609 erreichtes Waffenstillstandsabkommen zwischen dem Statthalter der südlichen Niederlande, dem Erzherzog von Österreich und den protestantischen Generalstaaten führte nur zu einer kurzen Beruhigung, da 1610 der Erbkonflikt um Jülich die Gegensätze wieder unvermindert hervortreten liess.

Nach der Ermordung des französischen Königs Henri IV. sandte James 4000 englische Soldaten unter niederländischem Oberbefehl nach Jülich. Vier Jahre später liess er durch das englische Parlament 66 000 Pfund zur Unterstützung der protestantischen Seite aufbringen.

Gleichzeitig versuchte er durch eine zweigleisige Heiratspolitik zwischen den Parteien zu vermitteln: einerseits nahm er sehr interessiert das Angebot der spanischen Krone an, seinen Sohn mit der spanischen Infantin Maria Anna zu vermählen, andererseits hatte er seine Tochter Elisabeth mit Friedrich V. von der Pfalz, dem Hoffnungsträger der Protestanten verheiratet.

Spanien fürchtete damals das Eingreifen Englands in den Konflikt zwischen Friedrich V. und dem Deutschen Kaiser.

Um die ohnehin nicht sehr engagierte Diplomatie Englands gänzlich zu neutralisieren, erhielt der spanische Botschafter in London die Weisung, dem englischen Hof die Möglichkeit vorzugaukeln, daß eine Vermählung des Prinzen von Wales, Karl I. Stuart mit der Infantin Maria Anna das beste Mittel zur Beilegung des Konfliktes mit dem Kaiser wäre.

Der Vorschlag fiel auf fruchtbaren Boden: Jakob I. war in höchstem Maße eitel und fühlte sich durch das Angebot des reichsten Hofes der Welt geschmeichelt. Seine Eitelkeit und seine politische Kurzsichtigkeit wurden unglücklicherweise beherrscht von seinem ersten Minister, dem Herzog von Buckingham, der seine fehlenden Fähigkeiten nun durch seine Rolle als erfolgreicher Heiratsvermitter zu kompensieren suchte. Gemeinsam reiste er mit dem schwächlichen Prinzen Karl nach Madrid, um ja keine Zeit zu verlieren. Madrid verwöhnte seine Gäste durch Feiern, Aufführungen und glanzvolle Feste.

Als aber die Pfalz erobert und die Kurwürde der Pfalz auf Maximilian von Bayern endgültig übertragen war, unterschrieb der spanische Hof den Ehevertrag zwischen Maria von Spanien und dem Sohn des Deutschen Kaisers, Ferdinand III.

Buckingham und der Prinz von Wales wurden zum Gespött Europas und reisten empört ab. Diese peinliche Situation versuchte Richelieu diplomatisch geschickt für eine neue politische Allianz auszunutzen: er schlug dem englischen König sofort Madame Henriette, die Schwester des französischen Königs, als Braut für den Prinzen von Wales vor. Allerdings zerschlug sich dieser Plan.

Spanien beschönigte diese Beleidigung mit der Behauptung, falls die Infantin Maria mit ihrem Bruder zur Hochzeit nach England gekommen wäre, würde man sie angeblich verhaftet, und so lange als Geisel benutzt haben, bis die Ächtung Friedrichs von der Pfalz aufgehoben wäre und er seine Kurwürde zurückerhalten hätte. Außerdem würde wohl der Prinz von England doch nicht sein Versprechen wahrmachen, zum katholischen Glauben überzutreten und der katholischen Kirche in England freie Hand zu lassen.



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