GALLAS, Matthias, Graf von

« 1584 / 1588(?)
U 1647

Matthias Graf Gallas, geboren 1584 oder 1588 in Trient, hat die militärische Laufbahn von der Pike auf erlernt sie und als Feldmarschall des kaiserlichen Heeres beendet.

Gallas war bis zur Schlacht bei Nördlingen ein hervorragender militärischer Führer der kaiserlichen Truppen, jedoch ohne den politischen Weitblick und das diplomatische Geschick eines Wallensteins, Oxenstiernas oder Leslies. Neben Piccolomini war er einer der engsten Vertrauten Wallensteins bis zu dessen Tod. Beide haben dieses Vertrauen und ihre Beziehungen zum kaiserlichen Hof für den Sturz Wallensteins und für ihren gesellschaftlichen Aufstieg mißbraucht. Gallas war Handlanger der gegen Wallenstein verschworenen Hofclique und Koordinator des Mordkomplotts. Diese Verdienste brachten ihm u.a. die Herrschaft Friedland, die Güter des Grafen Trczka und das Oberkommando des kaiserlichen Heeres ein. Der Höhepunkt seiner militärischen Laufbahn war die Mitbeteiligung beim Sieg über die vereinigten protestantischen Heere bei Nördlingen 1634.

Gallas starb 1647 und liegt in der Jesuitenkirche in Trient begraben.

Matthias Gallas, Graf zu Campo und Matarello gehört zu den Persönlichkeiten, die sich einer rationalen Beurteilung vom heutigen Standpunkt aus teilweise entziehen.

Gallas besaß alles, was sich ein Mensch der damaligen Zeit erträumen konnte: von Geburt gehörte er einer gesellschaftlichen Schicht an, der sich alle Türen öffneten. Sollten ihm einige Türen verschlossen gewesen sein, besaß er ausreichend ererbten und geraubten Reichtum, um sich diese Türen weit öffnen zu lassen, und er hatte ausreichend militärische Macht, sich im Falle eines Falles die Türen gewaltsam zu sprengen.

Gallas muß ein sorgloser, leichtlebiger, im Essen und Trinken maßloser Mensch gewesen sein
.

Als Offizier war er offensichtlich tapfer, als Taktiker oft genial, als Stratege absolut unfähig.


Faksimile der Unterschrift von Gallas



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