Friedrich V. von der Pfalz
« 16. August 1596
U 29. November 1632

Friedrich V. von der Pfalz gehörte zu dem Kreis der Kurfürsten, die das Privileg hatten, den deutschen Kaiser zu wählen.

Als die protestantischen böhmischen Adligen den von ihnen 1617 rechtmäßig zum König gewählten Erzherzog Ferdinand, den späteren deutschen Kaiser, zwei Jahre später für abgesetzt erklären, nimmt Friedrich von der Pfalz, trotz warnender Stimmen, die ihm angebotene böhmische Königskrone an und wird 1619 zum König von Böhmen gewählt.

Friedrich besaß dadurch zwei protestantische Wahlstimmen: die der Pfalz und die Böhmens. Ein protestantischer König von Böhmen hätte damit bei einer anstehenden Kaiserwahl das Schicksal des deutschen Zweiges der katholischen Habsburger Dynastie besiegelt.

Bei der Wahl wären die katholischen Kurfürsten mit vier zu drei Stimmen überstimmt worden.

Auf Betreiben des Kaisers und mit Zustimmung der katholischen Kurfürsten, insbesondere mit Unterstützung Maximilians von Bayern, wurde das Problem auf militärischem Wege gelöst.
In der Schlacht am Weißen Berg bei Prag wurde 1620 das Heer Friedrichs von den Truppen der katholischen Liga unter Tilly besiegt und Friedrich vertrieben.

Durch die anschließende Ächtung durch den Kaiser verlor er seine Kurwürde und seine Erblande.

1623 erhielt Maximilian von Bayern, der Anführer der katholischen Liga und Sieger über die aufständischen Böhmen, die Pfalz und die Kurwürde.
Damit hatte sich das konfessionelle Gleichgewicht innerhalb der Gruppe der Kurfürsten zu Gunsten der katholischen Kurfürsten verändert.

Dem Kaiser war damit eine entscheidende politische Weichenstellung gelungen.

Zum Ausbruch des 30jährigen Krieges haben die unterschiedlichsten ökonomischen, sozialen und politischen Entwicklungen in Europa sowie die konkurrierenden Interessen der deutschen Fürsten beigetragen.
Aber diese Machtveränderung im Kurfürstengremium war eine von diesen Ursachen, zumal die Aberkennung der Kurfürstenwürde Friedrichs einen Verfassungsbruch darstellte und zur Verhärtung der zunächst konfessionellen Gegensätze im Reich beitrug.


Faksimile der Unterschrift Friedrich V.



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