Elisabeth,
Kurfürstin von der Pfalz, Königin von Böhmen

Elisabeth war die einzige überlebende Tochter des englischen Königs Jakob (James) I. Sie galt zu ihrer Zeit an Europas Königshäusern als eine der besten Partien.

Als 16jährige wird sie mit dem gleichaltrigen Kurfürsten Friedrich von der Pfalz vermählt.

Die kurpfälzische Diplomatie und die ungewöhnliche Beliebtheit, die der Kurfürst von der Pfalz, Friedrich V., beim König von England, bei Hofe und beim Volk von London genoß, führten zur sogenannten "englischen Heirat". Durch die Heirat mit Elisabeth hatte Friedrich mit fast allen europäischen Adelshäusern verwandtschaftliche Beziehungen, denn Elisabeth war die Tochter der Anne von Dänemark und die Enkelin der hingerichteten Maria Stuart.

An den Zielen des europäischen Hochadels gemessen, war diese Heirat in mehrfacher Weise ungewöhnlich, weil sie - obwohl politisch motiviert - eine Liebesheirat wurde und sich aus ihr keinerlei machtpolitischer Zuwachs ableitete, da sich die politischen Ziele Englands und der Kurpfalz in wesentlichen Punkten widersprachen.

Elisabeths Charakter, ihre Schönheit und ihre Intelligenz waren wesentliche Triebfedern für die Entscheidung ihres Gatten, im Jahre 1619 die ihm angebotene böhmische Krone anzunehmen. Damit trug die lebensfrohe Stuard-Prinzessin mittelbar zum Ausbruch des 30jährigen Krieges bei.

Auch nach der militärischen Niederlage der böhmischen Truppen in der Schlacht am Weißen Berg gegen die kaiserlichen Truppen unter Tilly, und nach dem Verlust der Kur- und Königswürde, gelang es Elisabeth immer wieder, Freunde und Förderer für ihr Ziel einer Wiedereinsetzung als Kurfürstin und Königin zu gewinnen.

Nach langen, für ihre Verhältnisse entbehrungsreichen Jahren im holländischen Exil, starb Elisabeth, wie es heißt hochverschuldet, 1622 in England. Ihr Leben hatte jedoch ein glänzendes Finale: ihr Enkel, Georg von Hannover, kam als Stuart-Nachfolger auf den britischen Thron; dort regieren die Nachkommen der "Winterkönigin" wie man sie im Exil nannte, noch heute.




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