Christian von Anhalt-Bernburg

Christian von Anhalt war in den Jahren 1595 bis 1620 Kanzler am Hofe der Kurfürsten von der Pfalz.

Bereits unter dem Vater des jungen Kurfürsten Friedrich V. war er innenpolitisch aktiv geworden mit der Gründung der Union, der Vereinigung protestantischer Fürsten zur Wahrung und Durchsetzung ihrer Privilegien gegenüber dem deutschen Kaiser.

Nach dem Tode des Vaters übernahm Friedrich V. vierzehnjährig die Kurfürstenwürde und überließ, entsprechend seiner Erziehung und Mentalität, alle politischen Angelegenheiten Christian von Anhalt.
Christian war damit de facto der innen- und außenpolitisch allein Bestimmende am Pfälzer Hof.

Sein außenpolitisches Meisterwerk war die "englische Heirat" zwischen Friedrich von der Pfalz und Elisabeth von England.

Sein Lebenswerk sollte die Erringung der böhmischen Königskrone für Friedrich von der Pfalz sein.

Seine Diplomatie trieb Friedrich in das böhmische Abenteuer.

Das politische Unvermögen Friedrichs und die damit verbundene totale Abhängigkeit von seinem Kanzler Christian von Anhalt brachte Friedrich zwar kurzzeitig den Titel eines Königs von Böhmen ein, aber auch die Ächtung durch den Kaiser und damit den Verlust sämtlicher Titel und Besitztümer.

Die oberflächliche, oft vom Wunschdenken geprägte Diplomatie Christians von Anhalt hat in wesentlichen Punkten den Anlaß für das militärische Eingreifen des in seiner Autorität herausgeforderten Kaisers geliefert.

Insofern muß Christian von Anhalt ein Mitverschulden am Ausbruch des 30jährigen Krieges zugesprochen werden.


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