Bernhard von Sachsen-Weimar

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U 1639


Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar, gehörte zu den größten Feldherren des 30jährigen Krieges. Er kämpfte, wenn auch unter verschiedenen Fahnen, immer auf protestantischer Seite.

Bernhards Charakter und seine Ziele sind nie ganz aufgehellt worden. Richelieu schrieb über ihn (aus französischer Sicht!): "Ein ausgezeichneter Feldherr, aber so sehr auf sich selbst bedacht, daß niemand seiner sicher sein konnte".

Je nach Standpunkt wird Bernhard als ehrgeiziger Karriereoffizier oder als Patriot eingestuft, der nach Meinung einiger Historiker als einziger in der Lage gewesen wäre, dem politischen Einfluß Frankreichs auf die Entwicklung in Deutschland militärisch Einhalt zu gebieten. Die Gerüchte, wonach Bernhard von Sachsen-Weimar im französischen Auftrag vergiftet worden ist, verdeutlichen die Hoffnungen, die man mit seiner Person verknüpft hatte.

Auf alten Gemälden wirkte er nicht gerade anziehend, er war aber, wie die Geschichtsschreibung berichtet, "selbstbeherrscht, mäßig, keusch, mutig und fromm".

Im Gegensatz zu seinem älteren, pessimistischen, sanfteren und wohlerzogenen Bruder Wilhelm, war Bernhard aber auch rauh, ehrgeizig, selbstbewußt, anmaßend, unverschämt - aber unleugbar tüchtig. Diplomatisch geschickt, verstand er es nicht nur, seine Vorteile zu wahren, es gelang ihm auch stets, sich jeder ausländischen Vormundschaft zu entziehen.

(Im Nachhinein betrachtet, erscheint es vom Persönlichkeitsprofil her völlig undenkbar, daß z.B. Bernhard von Sachsen-Weimar und Wallenstein gemeinsam, gleichberechtigt, ohne persönliche Interessenkonflikte, für die gleichen Ziele gekämpft hätten.)


Faksimile der Unterschrift Bernhards



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