BETHLEN GÁBOR,

von Iktár,
Fürst von Siebenbürgen

« 1580
U 1629

Bethlen Gabor wurde 1613 zum Fürsten von Siebenbürgen ausgerufen. Von ihm wird gesagt, daß er "ein glänzender Soldat und verschlagener Diplomat" war [1].
Allerdings wird vergessen zu erwähnen, daß Bethlen Gabor ein Mörder war. Bethlen Gabor lies Gabor Bathory ermorden, übernahm die Macht von ihm und bezichtete dann die Schwester des Getöteten, Anna Bathory, mit zwei Damen ihres Hofstaates Hexerei zu betreiben [42].
(Es wurde im 16. und 17. Jahrhundert in Transsylvaniens zur Regel, daß die Fürsten ihre besiegten politischen Gegner der Hexerei anklagten und sie verbrennen ließen.)

Bethlen Gabor eroberte Ungarn nördlich der Donau und versuchte die anfängliche Schwäche des neugewählten Kaisers Ferdinand II. in Verbindung mit der protestantischen Opposition in Böhmen für seine Zwecke auszunutzen.

Abbildung Bethlen Gabors
auf einem 2000 Forint-Schein
der ungarischen Nationalbank

Die Führer des sogenannten Böhmischen Aufstandes gewannen ihn 1619 als Bundesgenossen. Damit gelang es ihnen kurzzeitig, die Kaiserlichen von Osten des Reiches in die Zange zu nehmen. Tatsächlich stand Bethlen Gabor 1620 schon vor Wien als ihn ein militärischer Einfall der Polen in seinen Rücken zur Umkehr zwang. Im Frieden von Nikolsburg wurde er vom Kaiser in den Reichsfürstenstand erhoben.

Verschiedene militärische Versuche, zwischen 1622 bis 1626 seinen Einfluß im Reich zu verstärken, führten zu keinem nennenswerten politischen Erfolg. Seine militärische Macht wurde von den Gegnern des Hauses Habsburg hauptsächlich als Drohpotential benutzt.

  ergänzende Informationen zur Biographie



Anmerkung zum geschichtlichen Hintergrund:

Die historischen Entwicklungen in Ungarn bieten interessante Beispiele dafür, wie durch Heirat, Erbverträge, politische und militärische Koalitionen und Einflüsse fremder Eroberer Europa in seinen Grenzen bis in die heutige Zeit geprägt wurde. Die Geschichte Ungarns ist außerordentlich spannend und wird in Deutschland nur selten in ihrem Einfluß auf die europäische Entwicklung richtig gewürdigt.

Seit dem Sieg der Türken 1541 bei Ofen war Ungarn 150 Jahre dreigeteilt. Zentralungarn unterstand türkischer Herrschaft. Siebenbürgen erhielt sich die Selbständigkeit durch geschicktes Taktieren zwischen kaiserlichen und türkischen Ansprüchen. Nur der westlichste Streifen und Oberungarn standen unter der Herrschaft der Habsburger.

Dieser Herrschaftsanspruch leitete sich aus der Heirat Ferdinands I. mit der ungarischen Prinzessin Anna im Jahre 1521 ab. Mit dieser Heirat erwarb das Haus Habsburg das Erbrecht auf die Länder der ungarischen und böhmischen Krone. Dieses Recht wurde in der Folgezeit immer wieder von den Ständen in Ungarn und Böhmen in Frage gestellt und mußte von den Habsburgern ständig behauptet werden. Diese Widersprüche entzündeten sich an den oft unklaren Reichsgesetzen.

Es ist bis heute zum Beispiel schwer verständlich, warum die Böhmen die katholischen Habsburger überhaupt duldeten, denn die böhmische Krone war nicht erblich; Böhmen war ein Wahlkönigtum. Daß die Habsburger ihre Machtansprüche ungehindert durchsetzen konnten, lag in Böhmen in der Zerstrittenheit der Utraquisten, Lutheraner und Calvinisten begründet, die untereinander um Privilegien kämpften. Ähnliches gilt für Ungarn.



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