GERALDIN, Robert

Geraldin gehörte zum Butlerschen Regiment, das von Wallenstein angeforder wurde, um ihm im Februar 1634 auf dem Wege nach Eger Geleitschutz zu geben. Butler begleitete Wallenstein von Mies nach Eger, obwohl er schon in die Umsturzversuche führender Offiziere der kaiserlichen Armee eingeweiht war.

Das Ziel, Wallenstein zu entmachten, war damals den Drahtziehern des Komplotts schon klar, nur der Weg, die Mittel und Methoden waren unklar.

Butler seinerseits hatte die Entscheidung bereits getroffen. Zu ihrer Durchführung brauchte er Handlanger.

Geraldin war einer der Handlanger. Offenbar war man sich seiner aber nicht sicher, denn er wurde erst eine Stunde vor Ankunft der Opfer in Eger in den Mordplan eingeweiht. Er muß sehr bereitwillig gewesen sein, denn er wurde neben Deveroux zu einer der Schlüsselfiguren der praktischen Durchführung ausersehen. Nach den militärischen Regeln hätte Geraldin aus Sicherheitsgründen mit seinen Dragonern vor den Stadtmauern Quartier nehmen müssen. Tatsächlich aber wurde Geraldin mit 6 Dragonern in einem der Nebenzimmer des Festsaales auf der Burg postiert.

In einem anderen Nebenzimmer stand Deveroux mit ausgewählten irischen Dragonern bereit. Die auserwählten Mörder waren nur mit Degen und Partisanen ausgerüstet worden, um jeglichen Lärm und damit die Aufmerksamkeit der Wallensteinschen Wachen zu vermeiden. Oberst Gordon lud den Feldmarschall Ilow, die Grafen Trczka und Kinsky und den Rittmeister Nieman zu einem Abendbankett auf das Schloß ein.

Auf ein verabredetes Zeichen trat Geraldin mit seinen 6 Dragonern in den Festsaal und rief die Parole "Viva la Casa d´Austria".

Daraufhin sprangen die 3 Gastgeber auf, ergriffen die Leuchter der Tafel und antworteten "Vivat Ferdinandus". Mit diesem Zeichen stürzte Deveroux mit seinen Leuten über die Gäste her.

Kinsky, der an der Wand saß, fiel als erster. Ilow wurde niedergestochen, als er seinen Degen von der Wand nahm. Nur Trczka, ein Hüne von Gestalt und mit einem Koller aus Elchleder konnte sich seinen Gegnern stellen.

Er tötete 2 Dragoner, einen spanischen Hauptmann, zerschlug Deveroux den Degen und erreichte den Korridor und sogar den Hof. Dort stieß er mit irischen Dragonern zusammen. Er kannte die neue Parole nicht, sie kannten sich jedoch im Töten aus ... Der nachmalige Kriegsrat Caretto lobte, daß die Exekution auch bei jahrelanger Planung und Probe nicht wirksamer hätte durchgeführt werden können.

Der Lohn ließ lange auf sich warten: Erst 1635 erhält Geraldin für seine Mordtat Güter im Wert von 20.000 Gulden und 12.000 Gulden in Geld.

Sein weiterer Weg wird nur durch zwei Hinweise erhellt; sein Ende bleibt im Dunkeln: Im Jahre 1636 wird die Stadt Zabern vom Bernhard von Sachsen-Weimar belagert. Zur Entlasung der Verteidiger kämpfen Deveroux und Geraldin unter dem Kommando des Obristen Mühlheim. Trotz aller Gegenwehr muß die Stadt am 5. Juli übergeben werden.

Als letztes nimmt die Geschichte 1637 von Geraldin Notiz:

In der Gegend um Fulda schlachtet er mit seinen Dragonern aufständische Bauern ab, die sich in ihrer Verzweiflung gegen die Willkür der Rekrutierung und Greuel der Einquartierung und die Vernichtung ihrer Existenz erhoben hatten.



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