Eleonore

Eleonore (in älteren Quellen auch Leonora geschrieben), war die Tochter des Herzogs Vincenz von Mantua und Montferat und der Leonora von Medici. Eleonore wurde im Jahre 1598 geboren und verlor schon mit zwölf Jahren ihre Mutter, ein Jahr später auch ihren Vater.

Eleonora Gonzana, Prinzessin von Mantua (1630-1686), Gemahlin Kaiser Ferdinands III.
Es war das Schicksal weiblicher adliger Waisen, daß sich unter diesen Bedingungen ihre Erziehung im Kloster fortsetzte. Eleonora wurde im Kloster der Ursulinerinnen in Mantua erzogen.

Sie ist einundzwanzig Jahre alt, fromm und jungfräulich, als Kaiser Ferdinand II. nach dem Tode seiner ersten Frau durch seinen Oberhofmeister Fürst von Eggenberg um sie werben läßt.

Wer ihm die Kandidatin empfohlen hat, ist nicht überliefert, aber da Ferdinand Jesuitenzögling und bekanntermaßen eifriger Katholik war, kann davon ausgegangen werden, daß - ähnlich wie bei Wallenstein - irgend ein Beichtvater gekuppelt hat.

Nach ihrer Zusage überreicht ihr Fürst Eggenberg den Verlobungsring, einen Diamanten im Wert von 15.000 Gulden und Schmuck im geschätzten Wert von 80.000 Kronen.

Ende 1621 trat Eleonore in Begleitung des Grafen Bruno von Mansfeld die Reise nach Österreich an.

In Insbruck empfing sie der Kaiser "...hob die Knieende auf, um sie am 4. Februar 1622 zum Altar zu geleiten."

Die Ehe scheint, gemessen an den Standes-Ehen deutscher Fürstenhäuser, glücklich gewesen zu sein. Ferdinand hatte nicht die beste Kondition und Eleonore bekam dadurch ausreichend Gelegenheit, ihre klösterlichen Kenntnisse der Krankenpflege an ihrem Gatten zu praktizieren. Ferdinand äußerte des öfteren, daß er die Erhaltung seines Lebens nach Gott vor allem Eleonore schulde.

Eleonore wurde 1622 zur Königin von Ungarn, 1627 zur Königin von Böhmen und 1630 zur Römischen Kaiserin gekrönt. Die Krönung zur Königin von Böhmen war verschwenderisch: Ferdinand hatte im Sommer 1627 eine Wallfahrt nach Mariazell unternommen, um seiner Schutzpatronin für den doch glücklichen Verlauf seines 50jährigen Lebens zu danken. Im Anschluß daran beschloß er, die Prager Bevölkerung zu beglücken.

Ein Kaiserbesuch ließ stets die Wirts- und Schankleute ein Vermögen verdienen und jeder, der es wollte, konnte sich kostenlos betrinken, denn aus den Brunnen der Stadt floß anläßlich solcher Besuche in der Regel weißer und roter Wein. Der Kaiser verließ sich aus Erfahrung darauf, daß unter diesen Umständen die niedrigen Neigungen seine Prager Untertanen ihre edlen Bestrebungen ersticken werden. Abgesehen davon war von den Ideen des böhmischen Aufstandes nicht viel geblieben.

Dem Buchstaben nach war Böhmen immer noch autonom, aber die Krone war erblich. Der König ernannte seine eigenen Beamten, und die Stände hatte ihren Einfluß verloren. Bis zu seinem Einzug in Prag hatten ungefähr 30.000 Untertanen, die ihren protestantischen Glauben nicht aufgeben wollten, das Land verlassen - müssen. Weitere Tausende sollten ihnen folgen.

Eine verschwenderische Krönung hätte ihn an Volkstümlichkeit gewinnen lassen, doch Ferdinand war schon gekrönt. Also beschloß er, Eleonore krönen zu lassen. Die Krönung der gutaussehenden Eleonore fand mit einem Prunk sondergleichen statt. Begeistert jubelnde Menschenmassen machten es ihr schwer, sich ihren Weg zu bahnen.

Feuerwerke, Bankette und Tänze bestätigten die Eindrücke zeitgenössischer Beobachter: Prag war seit langem als die lasterhafteste Stadt Europas verschrien.

Bei einem vor großer Kulisse ausgetragenem Lanzenstechen gewann der neunzehnjährige Sohn des Kaisers den Preis; - wer sonst.

Es heißt, Eleonore sei stets auch von den Kindern aus erste Ehe verehrt worden. Es ist nicht bekannt, daß Eleonore eigene Kinder hatte.

Interessant weil historisch naiv, sind Bemerkungen in den Chroniken, aus denen zu entnehmen ist, daß Eleonore "...gottgefällig und aus eigenem Hange" kirchliche Gebäude baute! Kein Wunder also, daß der Kaiser nie Geld besaß...Es sei denn, er ließ für 3000 Seelenmessen den reichsten Mann Böhmens umbringen.

Eleonore überlebte ihren Gatten noch 18 Jahre. Sie starb an dem Tage, an dem der spätere Kaiser Leopold I. zum König von Ungarn gekrönt wurde, - am 27. Juni 1655.



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