DEVEROUX, Walter

Trotz seines aristokratischen Klanges haftet dem Namen Deveroux der Makel des Meuchelmörders an. Die Literatur erwähnt ihm in der Regel nur als gedungenes Werkzeug der Verschwörer gegen Wallenstein . Nach dem Mord an Wallenstein läßt sich die Spur von Deveroux jedoch recht gut verfolgen.

Nun erst ist er es der Geschichtsschreibung seiner Zeit wert, bei Schlachten und beim Abschlachten der Bevölkerung erwähnt zu werden.

Um die Wirkung und Bedeutung der Person Deveroux richtig bewerten zu können, muß man die Strukturen der Verschwörung gegen Wallenstein definieren:

· An der Spitze stand die Hofclique und die spanische Partei bei Hofe, die die Zielstellung, die Entmachtung oder Beseitigung Wallensteins vage definierte, den rechtlichen Rahmen vorgab und für ein moralisches Alibi der Täter sorgte,

· dann folgte die Planungsebene der Verschwörung, Personen, die erwartungsvoll und beutegierig auf die Güter des Opfers und auf Beförderung blickten ohne ein persönliches Risiko einzugehen. Zu ihr gehörten Italiener und Spanier: Gallas , Piccolomini , Colloredo , Marradas , Suys , Diodati , Isolano , der Luxemburger Aldringer (Schwager des Gallas) und der Drahtzieher Francesco del Caretto , Marchese de Grana.

· Ihnen nachgeordnet folgte die operative Truppe vor Ort. Sie bestand aus: Buttler , Gordon und Leslie

· und am unteren Ende der Hierarchie die Männer fürs Grobe: Deveroux , Geraldin , Macdonald , Pestaluz .

(Betrachtet man die personelle Zusammensetzung der Verschwörerclique, fällt auf, daß es sich nur um Ausländer handelt; - kein Deutscher und auch kein Angehöriger der böhmischen Kreise ist dabei!)

Den aktiven Part des Mordkomplotts übernahm die operative Verschwörertruppe vor Ort in Eger.

Butler, Gordon und Leslie waren die am besten informierten Personen. Einerseits hatten sie Wallenstein persönlich und vertraulich mit seinen weiteren Absichten vertraut gemacht, andererseits kannten sie die von Gallas erhaltenen Befehle und das kaiserliche Ächtungspatent. Sie entschieden sich, den Herzog und seine Vertrauten umzubringen.

Die Entscheidung war - wie sich zeigt - schon vor Ankunft der Opfer in Eger gefallen. Man brauchte zur Liquidierung der Anhänger Wallensteins Täter und Mitwisser. Außerdem wußte man nicht sicher, wie sich die Truppe nach einem Attentat verhielt. Selbst war man nicht bereit, allein für eine Idee zu sterben; - es mußte sich auch bezahlt machen.

Die drei irischen Hauptleute Alexander Macdonald, Edmund Borcke und Thomas Browne aus Butlers Regiment und Hauptmann Pestaluz aus dem Regiment Trczkas wurden in den Morplan eingeweiht.

Den Hauptauftrag erhielt Obristwachtmeister Robert Geraldin vom Butlerschen Regiment; - eine Stunde vor Ankunft Wallensteins!

Der Mordplan sah zwei Etappen der Realisierung vor: In der ersten Etappe sollten die Vertrauten Wallensteins auf einem Festbankett auf der Burg ermordet werden; erst dann sollte in der zweiten Etappe die Ermordung Wallensteins durch Deveroux erfolgen. Zu diesem Zweck wurde Geraldin mit 6 ausgewählten Butlerschen Dragonern in ein Nebenzimmer des Festsaales versteckt, in einem anderen Nebenzimmer Deveroux mit weiteren 24 Dragonern des gleichen Regiments. Es muß gegen 20.00 Uhr des 25. Februar 1634 gewesen sein. Das Konfekt wurde zum Nachtisch aufgetragen, die Dienerschaft der Eingeladenen wurde entfernt.

Leslie nahm die Schlüssel der aufgezogenen Schloßbrücke an sich und gab das Stichwort Überfall. Geraldin, Deveroux und deren Dragoner fielen nun über die Gäste her. Um nicht selbst Opfer des eigenen Komplotts zu werden, wurde vorsichtshalber verabredet, daß Butler, Gordon und Leslie jeder einen Leuchter von der Tafel hocheben und "Vivat Ferdinandus!" rufen sollten.

Graf Kinsky wurde sofort getötet, ihm folgte Ilow .

Trczka war der einzige, der sich kurze Zeit noch tapfer wehren konnte und die Situation begriff. Er nannte Gordon einen feigen Verräter, schlug Deveroux den Degen entzwei, hieb zwei Dragoner nieder und tötete den spanischen Hauptmann Werda. Er forderte Leslie zum Kampf, aber dieser behielt lieber den Leuchter in der Hand. Macdonald versetzt dem fliehenden Trczka den Todesstoß; andere Quellen behaupten, Trczka konnte sich bis auf den Hof der Burg durchschlagen und wurde dort von irischen Dragonern getötet.

Niemann , der Sekretär Trczkas, entkam in eine Küche oder Speisekammer, kannte aber das neue Lösungswort nicht und wurde daraufhin von den dort aufgestellten Dragonern umgebracht. Man hatte den Mördern vorsichtshalber nur Partisanen und Degen gegeben, der Lärm von Schußwaffen hätte die Stadt alarmiert oder Wallenstein aufmerksam gemacht.

Trotzdem wurden bei der Verfolgung eines Dieners Trczkas zwei Schüsse abgefeuert. Leslie eilte in die Stadt und fand die Stadtwache bereits in Alarmbereitschaft. Er ließ die Wachen noch einmal auf den Kaiser schwören und befahl ihnen, sich ruhig zu verhalten. Vorsichtshalber ließ Leslie 100 Dragoner von Butlers Regiment in die Stadt ein und besetzte den Markt. Gordon blieb in der Burg zurück. Butler umstellte das Quartier Wallensteins und Deveroux begab sich zu Wallenstein.

Die herzogliche Wache ließ den Rittmeister Deveroux mit seinen 6 Mittätern ein, in der Meinung, daß er dem Feldherrn Meldung zu machen habe.

Im Vorzimmer bedeutete der Kammerdiener Deveroux, keinen Lärm zu machen, da Wallenstein bereits zu Bett gegangen sei. Die Diener werden niedergestochen, Deveroux tritt die Tür zu Wallensteins Schlafzimmer ein. Wallenstein steht im Hemd am Fenster; der Lärm im Treppenhaus hat ihn aufgeweckt und die lauten Schreie der Gräfin Trczka, die im gegenüberliegenden Gebäude untergebracht war und in diesem Moment die Nachricht von der Ermordung ihres Gatten erhielt, haben ihn zum Fenster geführt.

Deveroux versucht seine letzten Skrupel durch verbale Beleidigungen gegen Wallenstein loszuwerden und versetzt ihm mit Der Partisane den Todesstoß.

Ein irischer Dragoner will die Leiche Wallensteins aus dem Fenster werfen. Deveroux soll ihn daran gehindert haben. Statt dessen wird des Herzogs Leiche in einen Teppich gewickelt, in den Hof geschleift, auf einem Karren in die Burg gefahren und im Burghof liegen gelassen.

Erst nach 2 Tagen werden die Leichen der fünf Getöteten in Kisten gelegt. Wallensteins Leichnam ist völlig steif, man bricht seine Beine , um ihn in die Kiste zu legen und bringt alle Kisten vorläufig ins Franziskaner-Kloster des Ilowschen Schlosses nach Mies.

Deveroux und Leslie begeben sich mit der schriftlichen Meldung der Exekution nach Wien. Dem Kaiser übergibt Deveroux eine eigenhändig aufgesetzte Würdigung seiner kühnen Tat. Dafür erhält er vom Kaiser eine goldene Gnadenkette, ein Geldgeschenk in Höhe von 40.000 Gulden und mehrere ansehnliche Güter. Außerdem wird er zum Kammerherrn ernannt.

Betrachtet man den weiteren Lebensweg Deveroux, so erlebt man ihn in ständige Kämpfe verwickelt im nord- und westdeutschen Raum, hinein bis nach Frankreich und Luxemburg.

Es ist schon auffällig, daß die Verschwörerclique auch in den weiteren militärischen Aktivitäten eng zusammenarbeitet und ständig Kontakt hat. Mord verbindet - und isoliert auch, so daß man auf gegenseitigen Beistand angewiesen scheint.

Ende 1634 stirbt Walter Butler in Schondorf. Er hinterläßt dem verwundeten Deveroux, der im schwäbischen Weissenstein im Lazarett liegt, ein ansehnliches Sümmchen. Die Quellenangaben schwanken zwischen 1.000 und 20.000 Talern. Nach seiner Genesung nimmt Deveroux unter Gallas bis März 1635 an der Belagerung Augsburgs teil. Nach der Übergabe der Stadt beteiligt er sich an der Belagerung von Ulm.

Danach zieht er gemeinsam mit seinen Kroaten und Schotten und den Truppen des bayerischen Generalwachtmeisters Franz Mercy in Richtung Elsaß. Dort vereinigt er sich mit dem Heer des Herzogs Carl von Lothringen bei Mömpelgard. Der Durchzug seiner Soldateska und seine späteren Aktivitäten im Elsaß sind heute noch unter der Bevölkerung dieser Gegend sprichtwörtlich: "... schlimmer als die Kaiserlichen"!

Der französische General la Force zog im April in Eilmärschen heran, um die Greuel zu stoppen. Es gelang ihm, die kaiserlichen Truppen nach Breisach zurückzudrängen. Allerdings nur für kurze Zeit.

Unter dem Kommando des Reiterführers Werth drang Deveroux nach Lothringen ein. La Force wurde geschlagen. Gemeinsam mit Werth belagerte Deveroux im Oktober 1635 Blamont, im November Elsaß-Zabern. Aber offenbar waren die Verwüstungen so groß, daß das gemeinsame Heer keine Verpflegung fand. So zog Deveroux mit dem Obristen Wangler über Saarbrück in die Winterquartiere nach Walderfangen.

Die Jahre 1634 und 1638 sehen Deveroux in ununterbrochene militärische Auseinandersetzungen verwickelt. Ob er dem Phantom einer weiteren gesellschaftlichen Anerkennung nachlief oder einer gesellschaftlichen Ächtung davonlief, läßt sich nicht beurteilen. Weder eine ordnungsgemäße Verwaltung der ihm übereigneten Güter noch ein Familienleben mit den Vorteilen einer Kammerherrenstelle am Hofe war unter diesen Umständen möglich.

Anfang 1636 nahm er Langwyk ein, eroberte Arlon im Luxemburgischen, war in der Gegend um Metz im Kampf mit aufständischen Landsleuten verwickelt, marschierte nach Zabern, um bei der Verteidigung der Stadt neben den Hauptleuten Macdonald und Geraldin mitzuwirken. Die Stadt wurde hart umkämpft. Bernhard von Sachsen-Weimar versuchte am 9. Juni mit aller Macht den Verteidigungsring zu stürmen. Deveroux wird bei der Verteidigung Kühnheit nachgesagt. Auf Seiten der Angreifer fielen u.a. Graf Jacob Johann von Nassau, Gustav Adolfs ehemaliger Vertrauter und Bewunderer, Sir John Hepburn, Marschall von Frankreich; Bernhard von Sachsen-Weimar wurde verwundet.

Trotz aller Gegenwehr mußte Obrist Mühlkern die Stadt am 5.Juli übergeben, - kurz bevor Ferdinand III. zu Besuch erschien.

Deveroux zog sich unter Lamboy nach Breisach ins Badische zurück, um mit dem Herzog von Lothringen zur Belagerung der Stadt Dole weiterzuziehen. Im August mußten die Belagerten unter dem Kommando des Herzog von Condé aufgeben.

Im September 1636 vereinigten sich die kaiserlichen Truppen zum Einfall nach Frankreich. Unter ihnen Deveroux, Gallas und Caretto. Deveroux unterstützte mit seinen Dragonern den Sturm auf Stadt und Schloß Mirobean sowie auf St. Jean de Losne; sehr tapfer, wie es heißt: - es gab auch einiges zu plündern.

Das mußte vor allen Dingen die Bevölkerung erfahren. Wenn sich schon das verkommene Invasionsheer vor Hunger aus ganz Frankreich zurückziehen mußte, kann man ermessen, welche planmäßige Verwüstungen stattgefunden haben müssen.

Mit Ausbruch des Jahres 1637 ziehen Deveroux und seine Truppen durch den Schwarzwald, von Heilbronn aus mit Geleen und Caretto nach Franken, er schlägt gemeinsam mit Geraldin in der Gegend um Fulda einen Bauernaufstand nieder und trifft sich mit Geleen in Memmingen.

Im April ziehen sie gemeinsam plündernd und mordend durch Hessen. Seine blutige Spur führt über Göttingen, Wanfried, Mühlhausen nach Erfurt. Von dort zieht er weiter nach Norden, um sich seinem alten Gönner Gallas anzuschließen. Gemeinsam umzingeln sie den schwedischen Feldmarschall Baner bei Torgau. Baner muß ein außerordentlich listiger Kämpfer gewesen sein. Auch in dieser Situation gelingt es ihm, nach Landsberg auszuweichen, wird dort noch einmal gestellt und umzingelt, kann abermals, diesmal durch List und Kühnheit ausbrechen und nach Stettin entkommen. Obwohl ihm die Kaiserlichen über Fürstenberg und Küstrin verfolgen, bleibt er für sie unerreichbar.

Deveroux rückt nach Garz und wird von Gallas nach Fürstenberg an der Havel beordert.

Während Pommern von Gallas verwüstet und ausgeraubt wird, stürmt Deveroux im September 1637 in Mecklenburg das Schloß Plau. Im November erstürmt er gemeinsam mit Generalwachtmeister Bredow die Stadt Triebsee. Damit ist für die Kaiserlichen das Tor nach Vorpommern offen.

Im gleichen Monat wird die Stadt Wolgast erobert und Deveroux und Mühlheim vertreiben die Schweden von der Insel Usedom. Das Schloß Wolgast wird jedoch noch von den Schweden gehalten.

Am 10. Dezember 1637 wird ein erbitterter Sturm auf das Schloß vorgetragen. Deveroux hat dazu alle Vobereitungen getroffen und ist selbst bei der Erstürmung dabei. Das Schloß wird eingenommen. Der alte Schlammerdorf, der schon unter Mansfeld 1618 Pilsen erstürmt hat, fällt auf Seiten der Schweden.

Dem Heer der Kaiserlichenfolgte ständig ein unverhältnismäßig großer Troß. In einem Land, wie Pommern, das mehrfach von großen Heeren heimgesucht wurde, hatte sich das zahlenmäßige Verhältnis der Truppe zur Zivilbevölkerung radikal geändert. Einerseits hörten die Rekrutierungen nicht auf, andererseits hatte die Masse der Bevölkerung - meist Bauern - keine Chance eines Neuanfangs. Plünderungen und Zerstörungen der Existenzgrundlagen führten dazu, daß die Entwurzelten sich dem Heer anschlossen. Die Zahl der Weiber, Kinder, Diener und des Gesindels im Gefolge des Heeres betrug zu diesem Zeitpunkt das Fünffache der Soldatenstärke.

Diese ungeheure Masse hatte naturgemäß Sonderinteressen, ja sie entwickelte eine spezielle "Marketender-Subkultur" mit eigenen Regeln und eigenen Hierarchien. Als Deveroux Ende 1637 Anklam belagerte, wurde er offenbar mit aufkeimendem Hexenwahn in seinem Troß konfrontiert. Am Neujahrstag 1638 ließ er kurzerhand 8 Frauen nach ausgestandener Folter auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

Jeder Heerführer mußte auch aus Gründen der Disziplin darauf achten, diese Menschen satt zu bekommen. Das verwüstete Pommern konnte das Heer und seinen Troß nicht mehr ernähren. Gallas und Deveroux mußten sie in die Gegen um Lüneburg ins Winterquartier zurückziehen.

Die Einquartierung wurde unterbrochen von der Nachricht der Niederlage der kaiserlichen Truppen bei Rheinfelden durch Bernhard von Weimar, der im französischen Sold stand und von feindlichen Bewegungen im Weserland. Deveroux rückte Richtung Wolfsburg vor.
Mangel an Verpflegung veranlaßten ihn, nach Braunschweig zu ziehen. Dort wurde er im Mai 1638 von der aufständischen Bevölkerung zunächst nach Hannover, zuletzt in die Grafschaft Schaumburg abgedrängt. Im Verlauf dieser Ausweichmanöver wurde die Truppe von Deveroux und Corasco vom schwedischen General King attackiert und nach 12stündiger Schlacht in die Flucht geschlagen. King verfolgte Deveroux bis nach Neustadt an der Leine. Dort vereinigte sich Deveroux mit Maestro, und beide konnten King am 23. Juni eine Niederlage zufügen. Die Dragoner Deveroux waren abgewrackt, schlecht ernährt und demoralisiert. Deshalb zog sich Deveroux zunächst zur Verbesserung der Lage Richtung Waldeck zurück und später zu General Hatzfeld nach Hamm. Die militärischen Aktivitäten in Deutschland ließen keine Erholungspause zu. Die Stadt Lemgo wurde gemeinsam von den Schweden unter King und von den Söhnen Friedrichs V., des geächteten Kurfürsten von der Pfalz und verjagten König von Böhmen, belagert. Deveroux rückte mit seinen Truppen zur Entlastung der Belagerten über Essen vor. Seinen Vorstoß mußte er unter schwerden Verlusten abbrechen.

Erst als ihm die Generäle Hatzfeld, Götz, Westerhold und Leuterssen zu Hilfe eilten, kam es am 17. Oktober 1638 zu einer erbitterten Schlacht. Die siegreichen kaiserlichen Truppen verloren ihren General Götz, nahmen aber den Pfalzgraf Rupert, einen Sohn Friedrichs des V., den Obristen Boy und andere gefangen. King rettete sich durch Flucht nach Minden. Deveroux zog weiter zur Belagerung von Vechte, anschließend nach Friedberg an der Nidda und fand in Cronberg bei Frankfurt ein Winterquartier.

Im Laufe der Kriegsjahrzehnte wurden aber Winterquartiere, die von manchen Generälen oft wichtiger angesehen wurden, als eine gewonnene Schlacht, Mangelware. Deveroux hatte offenbar kein Glück, denn alte Quellen berichten, er "... verlebte aber, vom Mangel gedrückt, daselbst einen traurigen Winter".

Die Feldherrnweisheit "Der Krieg ernährt den Krieg" hat offenbar nur eine zeitlich begrenzte Gültigkeit, zumal wenn alle Ressoucen planmäßig vernichtet wurden.

Im Frühjahr 1639 zog der schwedische Feldmarschall Baner in Eilmärschen über das Erzgebirge nach Böhmen, offensichtlich mit der Absicht, Prag anzugreifen. Der Kaiser und sein Hofstaat flohen nach Wien. Die Generäle des kaiserlichen Heeres wurden - soweit es möglich und sinnvoll war - nach Böhmen zur Rettung Prags beordert. Auch Deveroux erhielt die Order, sich mit Hatzfeld in Böhmen zu vereinigen.

Er traf auch in Prag ein; - die Pest war jedoch noch schneller als er...

Im Januar 1640 starb Deveroux in Prag an der Pest.

Der Kaiser und seine Räte sollen über Deveroux Tod sehr betrübt gewesen sein. Der Kaiser ließ für sein Seelenheil von den Jesuiten Messen lesen. Sie taten es sicher gern; sie wurden auch in seinem letzten Willen bedacht. Vielleicht haben sie ihre Dankesbezeugungen etwas überzogen, denn von den Geistlichen wurden am Grabe Deveroux gespenstische Erscheinungen, wilde Jagden, schwarze Hunde und das Getöse von Roßhufen wahrgenommen.

Der Befehlshaber Prags lehnte es jedoch ab, auf Wunsch der Geistlichkeit das Geschehene zu bezeugen.

Falls sich der geneigte Leser vom Spuk überzeugen möchte:

Deveroux ist in der Jesuitenkirche in Prag beigesetzt.

In der außergewöhnlich eindrucksvollen Bibliothek gleich neben dieser Kirche kann man sich bei dieser Gelegenheit vom Ausgang der Belagerung Prags informieren!




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